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Chronik 75 Jahre Firma Denner

Gründerfamilie Denner - Spuren des Unternehmens

1891

Im Jahr 1891 wird der Firmengründer Dionys Denner, von den Eltern "Nisi" genannt in Weichtungen geboren.

1906

Dionys absolviert beim Handwerksbetrieb Volkheimer in Thundorf eine Tünchnerlehre, danach arbeitet er als Geselle in Schweinfurt und Nürnberg. Sein Plan, nach Amerika auszuwandern, scheiterte am Ausbruch des 1. Weltkrieges.

1914-18

Nach Kriegsende 1918, kehrte er gesund heim und heiratete Elsa Erhart.
Aus dieser Ehe stammen die 4 Kinder, Paula, Edwin, Elvira und Viktor.

1918-25

Es begann eine harte Zeit.
Deutschland wurde von einer Wirtschaftskrise geschüttelt.
Dazu gesellte sich noch eine galoppierende Inflation. Gold- und Silbermünzen verschwanden aus dem Verkehr, selbst Nickel und Kupferpfennige gab es nicht genügend. Der Staat konnte mit seiner Notenpresse nicht mehr helfen und die Gemeinden druckten deshalb Ihr eigenes Geld, welches täglich immer weniger Wert wurde. Die aufgedruckten Summen wurden immer astronomischer.
Der höchste Wert in den 20er Jahren war ein Geldschein mit 100 Billionen Mark.
Im Oktober 1923 war dieser Spuk zu Ende und die Zeiten normalisierten sich wieder.
Doch viel besser wurde es nicht.
Der Verdienst eines Facharbeiters betrug 30 Pfennig, ein Bier Kostete 5 Pfennig. Große Sprünge waren damit nicht zumachen.

1925-32

Es reift in Dionys Denner der Gedanke, sich selbständig zu machen.
Er legt die Meisterprüfung bei der Handwerkskammer in Würzburg mit Erfolg ab und erhält die Meisterprüfungsurkunde, er gründet seine eigene Firma.
Die Arbeitsstellen (Baustellen) wurden zu jener Zeit noch zu Fuß und mit Handwagen aufgesucht.
Gerüste und Leitern wurden mit dem Kuhfuhrwerk transportiert.
An ein Fahrrad war nicht einmal im Traum zu denken, dies konnte man sich nicht leisten.
Heute mit Firmenwagen, Handy und Internet kann man sich das gar nicht mehr vorstellen. Es war sehr schwierig sich eine Kundschaft aufzubauen.
Über kleine Aufträge wie z.B.: Küche, Flur oder Wohnstube tünchen, war man schon sehr froh.
Für 1 Arbeitsstunde wurde dem Kunden RM 1,35 verrechnet, darin waren alle anfallenden Unkosten enthalten.

1932-38

Es dauerte bis 1932 als man vom Kloster Maria Bildhausen erstmals größere Aufträge wie Arbeiten an einem Reihenhaus mit Hauskapelle er hielt.
Es bedeutete für die Firma einen enormen Aufschwung.
Durch die gut geleisteten Arbeiten kam ein neuer Auftrag im Schloß Birnfeld mit Restaurieren von Stuckgesimsen, maserieren von Möbeln und Arbeiten in verschiedenen Räumen.
Dieser, wiederum zur vollster Zufriedenheit des Kunden ausgeführte Auftrag zog weitere Aufträge nach sich.
Die Zeiten wurden schwieriger, wegen der großen Arbeitslosigkeit, durch gut geleistete Arbeiten hat sich die Firma Denner einen Namen gemacht und bekam immer wieder neue Aufträge.

1938

Im Jahre 1938 in einem überaus, bis 30 Minusgrad, kalten Winter mit Schneehöhen bis zu 2 Metern wurde der jüngste Sohn Viktor geboren.
Er übernahm später den elterlichen Betrieb.
In diesem Winter wurde der 1.Skilift Deutschlands am Predigtstuhl in Betrieb genommen Vielleicht wurde Viktor deswegen ein so passionierter Skifahrer?

1939-45

Der 2. Weltkrieg ist ausgebrochen, Arbeit war wieder genügend vorhanden, es fehlte jedoch an allem. Besonders Lebensmittel waren knapp.
Alles war rationiert, man bekam die Waren nur auf Marken oder Bezugsscheine.
Es war wiederum keine leicht Zeit für Dionys Denner, aber er meisterte die Kriegsjahre so gut es ging.

1945-48

Endlich ging der Krieg zu Ende.
Die Menschen rappelten sich wieder auf und fingen an Ihre oftmals zerstörten Anwesen notdürftig herzurichten und aufzubauen Jetzt waren die Kenntnisse und Fertigkeiten der Firma Denner wieder sehr Gefragt.
Kalk wurde in der eigenen Kalkgrube gelöscht, die anderen Materialien wie Sand, Zement, Steine und Firnis konnte man nur mit Naturalien erwerben.
Für Geld bekam man gar nichts.
Man ließ sich deshalb die Arbeiten mit Speck, Butter und Brot bezahlen um wieder an neues Arbeitsmaterial zu kommen.
Zum Glück gab es Bauern mit Milchkühen, dort wurde Kreide mit Milch gemischt zum Anstreichen, so manches Glas dieser guten Milch wanderte nicht in die Anstreichfarbe, sondern in die hungrigen Mägen der Tünchner.
Die Qualität der Arbeit litt aber nicht darunter, Reklamationen gab es nie.

1948-60

Die Währungsreform veränderte alles und es begann eine neu Ära.
Von den 40 DM Kopfgeld, die jeder erhielt, wurden als erstes Gummimusterwalzen, die noch heute in unserem Lager vorhanden sind, Bürsten und Fensterpinsel angeschafft.
In Weichtungen wurden von 1950-65, wie es urkundlich festgehalten wurde, 15 Neubauten errichtet. Der erste Neubau wurde von der Fam. Ziegler erstellt, die Verputzerarbeiten wurden von der Firma Denner ausgeführt und mit 300 DM abgerechnet.
Für diese Summe mußte man damals sehr sparen.
Um schneller auf die auswärtigen Baustellen zu kommen wurden Fahrräder und eine Zündapp angeschafft.
Als 2.Fahrzeug kaufte man ein Dreirad als Transportmittel.
Beim ersten stolzen Start gab es auf dem Hof ein beinahe Fiasko, mit Ach und Krach konnte man einen Umsturz vermeiden, weil vorne nur 1 Rad zur Verfügung stand. Leider war dieses Fahrzeug ein Fehlkauf, die Ortverbindungsstraßen waren Hohlwege ohne Steinbefestigung mit einem Grasstreifen in der Mitte, daß die Räder nicht immer in der Spur blieben, kann man sich lebhaft vorstellen.
Besser wurde es dann mit einem DKW 3-6 Transporter mit einachsigem Anhänger.

1960-75

Die Firma Denner wächst, eine der ersten Putzförderanlagen wird angeschafft um die Putzsäcke nicht mehr in die Baustellen zu schleppen.
Die Söhne Denner Viktor und Edwin entwickeln und bauen ein eigenes Fahrsilo, das nach Bedarf auf dem Lagerplatz über anderes Standsilo befüllt wurde.
Diese Erfindung war ein durchschlagender Erfolg.
Langsam besserten sich die Zeiten, es wurde nicht nur hart gearbeitet, man feierte zusammen auch mal ein zünftiges Fest mit selbstgemachten Würsten und viel Bier.
Sohn Edwin feierte 1958 Hochzeit mit Gertrud Fuchs aus dieser Ehe stammen, Renate, Petra, Günther, Doris und Susanne und Sohn Viktor vermählte sich 1961 mit Irmgard Ziegler, der heutigen Seniorchefin.
Aus dieser Ehe entstammen die Kinder Dietmar, Gotthard und Bettina.
Im Jahre 1969 legte Viktor dann seine Meisterprüfung vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Würzburg mit Erfolg ab und erhielt im März die Meisterprüfungsurkunde. Viktor unterstützt seinen Vater tatkräftig im Geschäft, es wurde immer wieder investiert, der Fuhrpark wurde vergrössert und das Lager erweitert.
Der Firmengründer Dionys Denner feiert im Jahre 1971 seinen 80. Geburtstag, dabei sind seine 4 Kinder, 13 Enkel und 1 Urenkel.
Noch immer steht er von morgens bis abends in der Werkstatt.
Dank seiner Söhne Viktor und Edwin zählt der Betrieb mittlerweile zu den bedeutensten Betriebe im Kreisgebiet und darüber hinaus in seiner Sparte. Dafür belohnte Ihn die Maler- und Lackiererinnung mit der Ernennung zum Ehrenmitglied.

1975-2000

Wieder begann ein neuer Abschnitt der Firma Denner, Sohn Viktor übernahm mit 37 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Irmgard den Betrieb.
Beide verstanden es mit viel Fleiss und Engagement das Geschäft immer weiter auszubauen und zu erweitern.
Zusätzlich wurden auch noch Fliesenarbeiten ausgeführt.
Die Belegschaft vergrösserte sich bis auf über 30 Mitarbeiter.
Großprojekte wurden in Angriff genommen und erfolgreich ausgeführt.
Es wurde an Fassadenwettbewerben teilgenommen, bei der Stadt Schweinfurt wurden zur Verschönerung des Stadtbildes mehrfach Urkunden an die Firma Denner verliehen unter dem Motto, "Dein Haus soll schöner werden", es wurde Dank und Anerkennung ausgesprochen durch OB Petzold und Stadtrat.
Eine besondere Spezialität von Viktor war und ist, das Ausführen von alten Handwerkstechniken.
Die Klöster Andechs und Bildhausen, sowie Schloß Wetzhausen beauftragten Ihn somit mehrfach, Arbeiten dieser Arten auszuführen.
Sanierung von alten Villen und Gebäuden wurden vielfach erledigt.
Als begeisteter Bersteiger machte Viktor viele Touren in den Alpen, als Mitglied beim Alpenverein Schweinfurt und dadurch entstandene Be- ziehungen wurde von Ihm die Schweinfurt Gubener Hütte im Ötztal von außen und innen renoviert.

1978

Sohn Dietmar beginnt eine Fliesenlegerlehre bei der Fa. Platten Steger in Schweinfurt und tritt nach Lehrzeit und Grundwehrdienst 1983, in den elterlichen Betrieb ein, seine Meisterprüfung legt er vor der Handwerkskammer in Würzburg ab und erhält am 01.08.1987 seine Meisterprüfungsurkunde für das Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk.
Dietmar heiratet 1983 Verena Eck, aus der Ehe gehen die Kinder Jennifer und Lukas hervor.

1979

Sohn Gotthard beginnt seine Lehre als Maler- und Lackierer im elterlichen Betrieb, nach den Gesellenjahren legt er die Meisterprüfung in Würzburg vor der Handwerkskammer ab und erhält seine Prüfungsurkunde am 16.03.1988.
Tochter Bettina entschied sich für den Beruf einer Steuerfachgehilfin, den Sie im Steuerbüro Weth-Bauer in Schweinfurt erlernte und derzeit erfolgreich ausübt.
Die Steuerangelegenheiten im elterlichen Betrieb können größtenteils von Ihr ausgeführt werden.
Alle 3 Kinder hatten Ihr Berufsziel erreicht und die Weiterführung der Firma Denner gesichert.

1985

Viktor Denner wagt sich auf neues Terrain, er begann mit einem verwandten Berufszweig, dem Ablaugen und Entfernen von Farben von alten Möbelstücken und Türen.
Der Umgang mit den Antiquitäten aus Omas Zeiten bereitet Ihm große Freude und er erweiterte die Tätigkeiten auch auf den An- und Verkauf, sowie die Restauration von Antiquitäten.
Die schönsten Stücke wurden auf vielen Austellungen präsentiert, der UFRA in Schweinfurt und anderen Märkten, wo die Möbel- teile und unser Leistungsangebot auf großes Interesse gestoßen sind.
Seitdem hat sich die Firma Denner auch auf diesem Gebiet einen guten Namen erworben und einen Bekanntheitsgrad über den Lankreis hinaus.
Firma Denner ist ein Geheimtip für Antiquitätenliebhaber und sucht mit Ihren großen freundlichen Ausstellungsräumen seinesgleichen.
Es wurde bereits mehrfach im Frühjahr Tage der offenen Tür ver- anstaltet die von den Kunden gut angenommen wird.
Im Jahr 2000 konnten über 1000 Besucher gezählt werden.

1999

In diesem Jahr erfolgte der Wechsel in die 3. Generation.
Viktor übergibt seinen Betrieb an seinen Sohn Denner Gotthard, seit 1985 mit Margit geb. Schneider verheiratet ist.
Margit Denner ist seit 1991 in der Antiquitätenabteilung gemeinsam mit Irmgard und Viktor damit beschäftigt die zahlreichen Kunden zufrieden zustellen.
Selbst auf manchen Baustellen ist Viktor noch tätig, wenn dringende Termine einzuhalten sind.
Gotthard Denner, führt den Gesamtbetrieb mit zur Zeit 18 Mitarbeitern, 1 Fliesenlegermeister, 10 Facharbeitern, 3 Helfern und 4 Lehrlingen, teilweise mit langjährig beschäftigten Arbeitnehmern ohne deren tatkräftiger und zuverlässige Mitarbeit ein Familienbetrieb nicht so erfolgreich sein könnte.
Dietmar Denner ist als Fliesenlegermeister angestellt und für den ausführungstechnischen Bereich der Fliesenlegerarbeiten verantwortlich. Seniorchef Viktor Denner am 02.12.2000:
Meine Tätigkeit in der Firma erfüllt mein Leben. Es waren harte und schöne Zeiten.
Ich danke unserem Schöpfer und dem hl. Josef, Patron der Handwerker, dafür, daß ich mit den wunderschönen Formen und Farben arbeiten durfte und Schönes schaffen konnte.
Der nachfolgenden Generation wünsche ich viel Glück und Erfolg und dass unsere Spuren noch lange erhalten bleiben.

2015

Tag der offenen Tür.

Verfasser der Chronik:
Viktor Denner
Johanna Ohlsacher
Margit Denner
Gotthard Denner

im Oktober/November 2000